Schenken und vorweggenommene Erbfolge




Häufig besteht Bedarf, Vermögen bereits unter Lebenden auf die nächste Generation zu übertragen. Neben dem Bereich der Un­ter­neh­mens­nach­folge kommt dabei dem Bereich der Überlassung von Grundeigentum an Ehe­gat­ten oder Kinder eine große Bedeutung zu. Erfolgt die Ü­ber­tra­gung als Schenkung mit Rücksicht auf eine künftige Erbfolge, spricht man von vorweggenommener Erbfolge.

Rechtlich komplexe Übertragungen von Grundbesitz, Erb- und Geschäftsanteilen sowie künftige Schen­kun­gen bedürfen der notariellen Be­ur­kun­dung, ebenso Erb- und Pflichtteilsverzichte. Wir Notare sind hierbei Ihr fach­kun­di­ger Helfer. Die zum Teil erheblichen steuerlichen Er­spar­ni­schancen sollten allerdings nicht den Blick dafür verstellen, dass eine Übergabe nur dann sinnvoll ist, wenn Übergeber und Übernehmer "reif" für die Ver­mögens­über­tragung sind und einander möglichst vertrauen.

Bei der Frage, ob eine Zuwendung durch lebzeitige Ü­ber­tra­gung oder durch letztwillige Verfügung erfolgen soll, sind die jeweiligen Vor- und Nachteile sorgfältig ab­zu­wägen. Gegen eine lebzeitige Übertragung spricht zunächst, dass dem Übertragenden der Gegenstand entzogen wird. Die Rückforderung ist nach dem Gesetz nur eingeschränkt möglich, kann jedoch im Ü­ber­tra­gungs­ver­trag unter bestimmten Voraussetzungen ver­ein­bart werden. Auf der anderen Seite bietet die Übertragung zu Lebzeiten auch erhebliche Vorteile. Beispielhaft lassen sich etwa anführen:

  • Durch die Übertragung von Grundbesitz von Eltern auf Kinder kann diesen die Begründung eines ei­ge­nen Hausstandes oder einer be­rufli­chen Existenz erleichtert werden.
  • Die Versorgung des Veräußerers kann im Rahmen des Übertragungsvertrages sichergestellt werden.
  • Pflichtteilsansprüche des Erwerbers sowie von dritten Personen können unter gewissen Vo­raus­set­zun­gen beschränkt werden.
  • Schenkungs- bzw. erbschaftsteuerliche Freibeträge können durch zeitliche Verteilung der steuerbaren Vorgänge mehrfach ausgenutzt werden.

Die Motive, die letztlich zu einer Grundstückszuwendung führen, sind ebenso vielfältig wie die sich daraus er­ge­ben­den vertraglichen Ge­stal­tungs­mög­lich­keiten. So wer­den in dem Vertrag je nach Motivation bei­spiels­weise Abstandszahlungen an den Übergeber, Einräumung von Wohn­rechten, Pflegeverpflichtung usw. vor­ge­sehen. Der Phantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Freilich sind auch hier wieder die steuerlichen Auswirkungen im Einzelfall zu überprüfen.

Wir werden mit Ihnen einen Ihren Bedürfnissen ent­spre­chen­den Vertrag erarbeiten und die Auswirkungen im Einzelnen erörtern.